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Dr. med. homöop. Heinrich Will (1891-1971) avatar

Dr. med. homöop. Heinrich Will (1891-1971)

Die Rezepte und Berichte sind ein Erbe meines Vaters (1891-1971), die er um 1927 rum verfasst hatte (Copyright!). Er studierte Medizin und ist dann voll überzeugt, in der Zeit in der man sich an Paracelsus wieder erinnerte, auf Homöopathie umgestiegen.
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Дата создания каналаJan 25, 2021
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Sep 16, 2024
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ES TUT SICH WAS ...
Februar 1952

Die Zeit des Kräuterzaubers


Neben ihren Religiösen Zielen wurde die Fastenzeit immer auch als eine Zeit gesundheitlicher Erneuerung angesehen. Verzicht auf tierische Nahrung hat zur Folge‚ dass weniger Harnsäure Stoffwechselgifte gebildet werden und vorhandene Schlackenlager leichter zur Auflösung und Ausscheidung kommen.
Damit wird eine der Ursachen beseitigt, die leicht zu akuten und chronischen Krankheiten führen können. Mit der Missachtung der Fastendiät ist diese Gelegenheit vorbeugender Gesundheitspflege verloren gegangen. Aber es gibt noch andere Möglichkeiten billiger und erfolgreicher Blutreinigungskuren und eine davon liegt in den zauberhaften Schwingungen der einheimischen Heilkräuter.
Jedes derselben hat neben der speziellen Heilkraft auf gewisse Körperorgane eine allgemein entgiftende Wirkung auf Blut und Säfte, die ja fast zwei Drittel unseres Körpers ausmachen. Die Säfteverschlechterung ist das Vorstadium zu vielen Krankheiten, vor allem zu den durch Erkältung ausgelösten Entzündungen und Katarrhen, und eine Reinigung der Säfte erspart uns viele Tage unnötiger Beschwerden, und Arbeitsunfähigkeit.

Die Fastenzeit am Ende des Winters, so sich infolge von Lichtmangel, Trägheit und Kälte die inneren Gifte angehäuft haben, ist dafür die richtige Zeit.
Wer nicht fasten will, durchspüle wenigstens sein Säftemeer ausgiebig mit Kräutertees! Deren Wirkung beruht auf zweierlei Faktoren: einmal ist der Kräuterauszug eine alkalische Flüssigkeit, welche die Harnsäurenablagerungen neutralisiert und ausscheidungsfähig macht. Darüber hinaus enthalten die Kräuter gespeicherte Sonnenenergie, welche die Lebenskräfte anregt und damit alle Körperfunktionen, besonders die Ausscheidungstätigkeit stärkt.
Welche Kräuter man dazu nimmt, ist weniger wichtig, weil diese Wirkungen allen Heilkräutern zugute kommen.

Man nehme daher die einfachsten und wohlschmeckendsten wie Kamille, Pfefferminz, Fenchel und Lindenblüte und trinke 4 Wochen lang täglich etwa einen halben Liter der Aufbrühung (nicht Abkochung!), entweder gemischt oder jede Woche eine andere Sorte.
Will man darüber hinaus auf einzelne Organe wirken, dann bevorzuge man
für die oberen Luftwege Huflattich, Spitzwegerich, Zinnkraut, Holunder,
für den Magen-Darmkanal Wermut, Tausendgüldenkraut, Salbei,
für Nieren und Blase Hagebuttenkerne, Petersilie, Birkenblätter, Brennnessel und Bärentraube.
Niemand wird eine solche einfache und billige Kur beenden, ohne spürbare Erleichterung des Allgemeinbefindens zu empfinden, welche ihm die Gewissheit gibt, Gifte ausgeschieden, die Widerstandskraft gestärkt und damit seiner Gesundheit gedient und Krankheiten vorgebeugt zu haben.

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A3 Bleistift
Februar 1950

Fasten und Teetrinken

Wenn im Februar der Winter seinen Höhepunkt überschritten hat, beginnen die wärmeren Strahlen der Sonne das Leben in der Natur wieder zu wecken. Auch für den Menschen und seine Gesundheit hat die Februarsonne ihre Bedeutung. Sonnenmangel und Kälte der vergangenen Monate haben Blut- und Säfteumlauf verlangsamt oder zum stocken gebracht, und die schwere Obst- und gemüsearme Winterkost hat die Ausscheidungen verzögert, sodass sich giftige Stoffwechselprodukte in den Geweben niedergeschlagen haben.

Diese setzen sich unter der belebenden Februarsonne leicht in rheumatische Beschwerden, Katarrhe und Entzündungen um und machen uns das Leben und Schaffen schwer. Wir brauchen es aber nicht zu solchen Krankheiten kommen zu lassen, wenn wir rechtzeitig für eine Lösung und Ausscheidung der Giftschlacken besorgt sind. Das beste Mittel hierfür ist das Fasten, dessen gesundheitliche und geistige Bedeutung gerade in dieser Jahreszeit so groß ist, dass es bei vielen Völkern zu einem Bestandteil der Religion geworden ist. Leider hat die Ende Februar beginnende „Fastenzeit“ bei uns nur noch symbolische Bedeutung, weil der Sinn für den hohen Wert des Fastens verloren gegangen ist.

Das Fehlen dieser jährlichen gründlichen Blutreinigung macht sich nicht nur im Ansteigen der Erkrankungsziffern um diese Jahreszeit bemerkbar, sondern auch in der Zunahme der schweren Krankheiten im weiteren Verlauf des Jahres. Die nicht ausgeschiedenen Wintergifte rumoren im Körper weiter und schwächen die Lebenskräfte, sodass nicht nur unsere Arbeitsfähigkeit nachlässt, sondern auch die Widerstandsfähigkeit gegen alle Arten von Krankheiten. Durch diese zurückgehaltenen Gifte entstehen auch jene Fäulnisherde in den Geweben, welche einen Nährboden für Bazillen abgeben und daher zu direkten Ursachen der sog. Infektionskrankheiten werden.
Das Fasten ist die beste aller Ausscheidungskuren, weil der fastende Körper zuerst die Gifte löst und ausscheidet, ehe die gesunden Organe angegriffen werden.

Das Geringste, was jeder zunächst tun sollte, ist die gänzliche Enthaltung von Fleisch in der Fastenzeit. Die nächste Stufe ist ein 36-stündiges Ganzfasten in jeder Woche, am besten von Samstagmittag bis Montagfrüh. Man soll in diesen eineinhalb Tagen keinerlei Nahrung zu sich nehmen und hier wie in der ganzen Fastenzeit täglich ein bis zwei Tassen ausscheidenden Kräutertee trinken (Kamille, Pfefferminz, Lindenblüten, Fenchel u.a.). Die Schwachen bleiben während des Fastens im Bett liegen, die Starken erhöhen die Wirkung durch Spaziergänge und Sport.

Wem dieses 36-stündige Fasten nicht möglich ist, der lasse während der ganzen Fastenzeit das Frühstück weg, nehme als erste Tagesmahlzeit das Mittagessen und erreicht auch so eine gewisse Entgiftung. Diese drei kleinen Fastenkuren sind für jeden Erwerbstätigen möglich.

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Juni 1950

Vom Meerwasser

Der menschliche Körper braucht zu seinen Lebensfunktionen eine gewisse Menge verschiedener Mineralsalze, die er mit der Nahrung aufnehmen muss. Aber die Lebensweise des zivilisierten Menschen bringt einerseits einen erhöhten Mineralsalz-Verbrauch mit sich, andererseits ist die übliche Kost oft nicht imstande den Mineralsalz-Verbrauch zu ersetzen. Schon der Erdboden der Kulturländer ist durch zu starke Ausbeutung erschöpft. Ferner wird die so im Wert schon geminderte Nahrung durch weitere Zubereitung (Kochen, Konservieren) stark entmineralisiert; eigentlich bevorzugt der Kulturmensch gerade die mineralarmen Nahrungsmittel wie Fleisch und Feinmehlspeisen (Weißbrot, Kuchen, Teigwaren, Gebäck), die zugleich noch vitaminarm sind. Da ist es kein Wunder, dass sich im Stoffwechsel viele Schlacken, vor allem Harnsäure, ansammeln können, die normalerweise durch Mineralsalze neutralisiert werden. Auf der Suche nach geeigneten Hilfsmitteln greift man daher heute auch unter anderem auf das Meerwasser zurück, um dem Körper auf einfache und billige Weise Mineralsalze zuzuführen.
Das Meerwasser ist das vollkommenste Mineralsalz-Gemisch, das die Natur hervorgebracht hat, und es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Meerwasser eine große Ähnlichkeit mit der menschlichen Gewebeflüssigkeit und dem Blut hat. Im Einzelnen konnten bisher in den menschlichen Säften 32 Elemente, die auch im Meerwasser vorkommen, nachgewiesen werden. Aber man vermutet noch viele andere gemeinsame Stoffe, die sich erst mit fortgeschrittenerer Untersuchungstechnik werden nachweisen lassen. Doch zeigen schon die bisherigen Ergebnisse die nahe biologische Verwandtschaft der beiden Flüssigkeiten und regen uns dazu an, das Meerwasser als Vorbeugungs- und Heilmittel in geeigneten Fällen anzuwenden, zumal niemals krankmachende Keime darin gefunden wurden.
Von diesem Gesichtspunkt aus finden die erfrischenden und heilenden Wirkungen der Seebäder ihre Erklärung, die noch viel tiefgehender und dann für jedermann durchführbar sind, wenn das Meerwasser als Gesundheitsgetränk benutzt wird. Als solches kann es in jedem Haushalt als Hausmittel verwendet werden! Leider schmeckt es nicht besonders gut und muss daher im Verhältnis 1 zu 3 verdünnt werden. Man kann auch einige Esslöffel unverdünnt auf einen Teller ungesalzene Suppe oder in Milch nehmen. Die Erfahrungen, welche die Ärzte damit gemacht haben, sind günstig: es fördert den Appetit, reguliert den Stoffwechsel, scheidet Schlacken aus, heilt manche Formen der Stuhlverstopfung, verbessert den Schlaf und hilft somit Kräfte aufbauen! Vor allem aber ist es ein großes Vorbeugungsmittel gegen alle durch Mineralsalz-Mangel hervorgerufenen Zustände und Krankheiten.

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Februar 1950

Warum mir dieses Schicksal?


Viele Menschen schwimmen im Leben wie der Fisch im Wasser. In dumpfer Selbstverständlichkeit gehen sie wie ein Automat ihrem Tagewerk nach und denken nicht weiter nach über sich selbst, über Welt und Leben. Auf einmal aber werden sie gewahr, dass es anderen Menschen besser geht als ihnen. Dann sagen sie sich: „Jene verdienen mehr und können sich mehr leisten, sie haben mehr Erfolg als ich. Jene sind immer gesund, während ich mich mit Krankheiten herumschlagen muss. Jene haben viele und einflussreiche Freunde, während ich in Einsamkeit verkümmere“.

Wer dann die Ursachen in seiner eigenen Unfähigkeit, Trägheit oder Selbstsucht findet, der ist beruhigt, wenn auch vielleicht nicht befriedigt.
Wenn aber jene rätselvollen Ereignisse des Lebens eintreten, dass einer begabt, fleißig und strebsam ist und dennoch nicht vorwärts kommt; wenn er seinen Mitmenschen höflich und freundlich begegnet und diese doch nichts von ihm wissen wollen; wenn er sehen muss, wie faule, egoistische, kaltherzige, ja, verbrecherische Menschen zu Reichtum und Ruhm kommen, dann wird sich mancher fragen: Warum mir das? Warum habe ich trotz aller Mühen keinen Erfolg? Und wird mit Gott und den Menschen hadern. Er steht seinem Schicksal fremd und feindlich gegenüber, und je mehr er es hasst, desto härter und undurchdringlicher wird es für ihn. Wir sehen oft, wie gerade die religiösesten Menschen an solchen Fragen zerbrechen oder in dumpfe Gleichgültigkeit oder brutalen Zerstörungswillen verfallen.

Endlich aber kommt auch - im Guten oder Bösen - für sie einmal die Stunde, wo sie erkennen: mein Schicksal habe ich mir ja selbst eingebrockt! Ich habe früher einmal diesen oder jenen Fehler begangen, diesen oder jenen Menschen betrogen, gequält oder sonst geschädigt, oder ich habe dies oder jenes zu tun versäumt. Je mehr sie so über ihr Schicksal nachdenken, es nicht als ihren Gegner betrachten, sondern sich mit ihr zu vereinigen suchen, desto klarer und durchsichtiger wird ihnen nun alles Geschehen.

Alle Schicksale sind Folgen, deren Ursachen wir uns selbst geschaffen haben. Durch das Schicksal wird die Ursache reguliert und ausgeglichen, versäumte Lektionen gelernt, verjährte Schulden abgetragen. Das Schicksal macht uns frei von drückenden Lasten, frei für neue Möglichkeiten und Entwicklungen. Wir sollten unser Schicksal nicht hassen, sondern lieben und uns ihm demütig und hoffnungsvoll hingeben. Wenn uns vergangene Taten innerlich bedrücken, sollten wir in freiwillig gewähltem Schicksal einen Ausgleich suchen, damit die Last von uns abfällt und wir sicher und leicht in die Zukunft gehen können.

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Können wir Deutsche nicht endlich mit jenen Resten von Autokratie brechen, welche das Heil nur in Negativismen wie Verboten und Unterdrückungen quellenden Lebens sieht? Will es uns denn gar nicht gelingen, in allem, was geschieht, das Positive zu finden und einen höheren Sinn zu erkennen? Können wir nicht in dem Drang so vieler Abiturienten zum Medizinstudium ein Symptom geistiger Entwicklung, ein erfreuliches Aufstreben zu umfassender Bildung, zum Eindringen in die Geheimnisse von Natur und Mensch erkennen? 30000 überschüssige Ärzte müssen ja nicht unbedingt eine Praxis ausüben, zumal heute ein Facharbeiter ebensoviel verdient wie mancher Kassenarzt. Das Wort „Arzt“ hat einen viel weiteren Sinn; denn Krankheiten gibt es nicht nur beim Menschen, sondern auch in Politik, Wirtschaft und Kultur. Der Arzt, der den Mikrokosmos Mensch in seiner Organisation genau kennt, braucht nur die richtige Umschaltung vorzunehmen, um sofort alle Organisationen der Welt zu verstehen, und kann jede Berufsart in der er wirkt, durch das spezifisch Ärztliche heben und damit wertvoller und rentabler machen. Es kann gar nicht genug Ärzte geben, die mit ihrer hohen Bildung in andere Berufe übergehen und diesen eine größere Bedeutung für das Volkswohl geben. Wo findet man nicht überall Juristen! Es gibt kein Hirn, welches voraussehen kann, welche ganz neuen Berufe die niemals überflüssigen, sondern überall unentbehrlichen Ärzte erdenken und neuschöpfen werden. Wer will es wagen, eine solche Entwicklung einfach abzuwürgen? Auf den Einwand, dass jeder Medizinstudent den Staat angeblich DM 10000,-- kostet, wird erwidert, dass das ja niemand verlangt hat; auch erscheint das Zustandekommen dieser Summe in vieler Hinsicht zweifelhaft.

Wir sollten einmal davon abkommen, im Studium nur eine Fachausbildung zu sehen! Jedes Studium, und ganz besonders das medizinische, ist eine Ausweitung der Allgemeinbildung in Richtung Vergeistigung, wie sie unsere Zeit für alle Berufe fordert. Nicht Drosselung eines Studiums darf die Lösung sein, sondern ganz im Gegenteil mehr Studienmöglichkeiten, mehr Hochschulen mit Tag- und Abendkursen für Jedermann! Wenn der Staat da nicht mitkommt, dann soll er wenigstens den Weg freigeben für die private Initiative, die auch hier wirtschaftlicher arbeiten und neuen Tausenden die Möglichkeit geistiger Entwicklung schaffen wird. Die besten Köpfe sitzen nicht in den Amtsstuben, sondern im heißen, drängenden, unsicheren Leben. Wir haben die Schwelle einer neuen Zeit überschritten und wollen nicht bei jedem neuen Schritt den unbeholfenen Staatsbüttel im Wege stehen sehen, dessen Denk-Kodex aus der Zeit des alten Fritz, Martin Luthers oder gar Karls des Großen stammt. Wir fordern freie Bahn für alle, die studieren wollen, und Freiheit für jede Art von Schule. Der Staat, der dazu hilft, wird geliebt und geachtet werden. Ein Unterdrücker-Staat aber lädt millionenfachen Hass auf sich.

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Oktober 1949

Sinn und Unsinn beim Medizinstudium

Es ist allgemein bekannt, dass wir in Kürze einen Überschuss von 30000 Ärzten haben werden und dass sich nicht nur diese, sondern auch weite Kreise der Öffentlichkeit ernste Sorgen machen, was daraus werden soll. Trotzdem bleibt der Andrang zum Medizinstudium nach wie vor so groß, dass alle Studienplätze ständig besetzt sind. Einer Abwanderung der überzähligen Ärzte ins Ausland stehen fast unüberwindliche Schwierigkeiten im Wege. Es muss also eine Inlandregelung gefunden werden. Die Nationalisierung des Gesundheitswesens nach dem Muster Englands wäre eine sinnvolle Lösung und würde sofort alle Schwierigkeiten beseitigen. Ihr stehen aber die Interessen kleiner, mächtigen Gruppen entgegen, welche auf veraltete Methoden zurückgreifen wollen, die eigentlich überwunden sein müssten. Ihr Vorschlag lautet: Drossellung oder gar Verbot des Medizinstudiums! Sie legen zwei Berechnungen zugrunde: jährlich sterben etwa 700 Ärzte; wenn also jährlich nur 700 Schüler zum Studium zugelassen werden, d.h. pro Universität etwa 30, dann kann es keinen Überschuss geben. Aber einmal gibt es keine Methode nach welcher aus einer großen Zahl von Bewerbern gerade die 30 herausgefunden werden können, welche berufene Ärzte sind. Und dann wären trotzdem die 30000 jetzt Überzähligen noch nicht versorgt .Mann schlägt daher weiter vor, das Medizinstudium gänzlich zu sperren, bis der Überschuss restlos aufgesaugt ist, also für etwa 40 Jahre!

Bei beiden Vorschlägen handelt es sich um Gewaltmethoden, welche von jedem, der die Folgen einer Politik der Gewalt erlebt hat, schon deshalb grundsätzlich abgelehnt werden müsste. Beide Methoden sind aber auch völlig unsinnig, weil sie einen bestehenden schwierigen Zustand durch einen noch schwierigeren ersetzen würden. Die 30 ausgewählten Studenten werden vermutlich solche sein, die sich durch Schliche oder Beziehungen vorzudrängen verstanden, die bei solcher Veranlagung also später jene Geschäftsmediziner abgeben, welche den Ärztestand in den Augen des Volkes so herabgesetzt haben. Dann würden in absehbarer Zeit die Kranken größte Mühe haben, einen wahren Arzt zu finden. Eine völlige Sperrung des Studiums würde die medizinischen Fakultäten lahm legen und damit nicht nur den Nachwuchs an Professoren unterbinden, sondern auch die deutsche Forschung aus dem Wettbewerb mit dem Ausland ausschalten, was wiederum zum Nachteil der Kranken sein würde. Neben der Erbitterung der Abiturienten, denen ein Weg zu geistigem Fortschritt versperrt wird, muss auch mit der Enttäuschung der Eltern gerechnet werden, die sich um das Berufsglück ihrer Kinder betrogen sehen. Jetzt betrifft die Not 30000 Ärzte, dann aber wird sie Millionen von Kranken, Eltern und Schüler betreffen.
Geschichte von der Kamillenhexe (um die 1930 herum)

Da war eine alte Frau, die in einem Dorfe lebte und von den Kranken in ihren Nöten aufgesucht wurde. Fünf Schwerhörigen verhalf sie wieder zu ihrem Gehör, indem sie eine Meerzwiebel in Kamillenöl briet und dann das Öl öfters warm ins Ohr laufen ließ. Erlahmte Glieder brachte sie durch Kamillenöleinreibung wieder in Bewegung. Gegen Augenweh ließ die Beth – so hieß die Kräuterfrau – Kamillen in Milch sieden und noch warm über die Augen legen, die dann in kurzer Zeit heilten. Ein Weber erklärte: „Ich hatte so eng, dass ich nicht mehr ins Bett durfte und sitzend schlafen musste; ich glaubte ersticken zu müssen. Da rief ich die Beth. Diese sagte mir, es gehe mir ja fast kein Wasser ab; das war richtig; daher gehe alles nach oben. Sie gab mir eine große Flasche Wein, indem sie Kamillen gesotten hatte: ich musste davon jeden Morgen und Abend je ein Glas voll trinken. Jetzt ging eine unglaubliche Menge Urin ab, zuerst trüb, dann immer klarer; nach acht Tagen war ich geheilt.“
Ein achtzehnjähriger Bursche hatte sich durch Waldarbeiten die Gliedsucht zugezogen und war schon 3 Monate bettlägerig. Nun holte man die Beth. „Ich musste jetzt jeden Abend eine Handvoll Kamillen in den Wein einlegen und untertags ¼ Mass trinken. Dann gab sie mir Kamillenöl, mit dem ich alle Tage 3-5 mal die Glieder einreiben musste. Nach 14 Tagen konnte ich das Bett verlassen, und nach 1 Monat war ich so gesund wie jetzt!“
Ein Oberlehrer litt jeden Winter bis zum Frühlingsanfang an starkem Schnupfen. „Da riet mir die Beth, täglich 3 bis 5 mal mit warmem Kamillentee den Kopf zu waschen; in 8 Tagen war ich geheilt; es war um Weihnachten, dann war noch strenger Winter bis März, aber der Schnupfen kam nicht mehr.“

Woher kommt die Kamillenkraft?
Wenn wir das schlichte Blümlein auf dem Schutthaufen betrachten und uns die Fülle seiner Heilwirkungen vor Augen führen, dann muss unser Herz sich in Andacht erheben vor den Wundern der Natur, zu deren Begreifen der Verstand bei weitem nicht ausreichen will. Wie sollen wir die Kraft bezeichnen, welche durch die Kamille solche Taten vollbringt? Wir nennen ihren Urquell den „Geist“, aber es fehlen uns die Begriffe, diesen Geist näher zu beschreiben. Wie fein haben die alten Griechen uns diesen Geist fühlen lassen in ihrem bildhaften Gleichnis von der “schönen und geistvollen“ Jungfrau Matrix, der zu Ehren die Kamille Matricaria Chamomilla genannt wurde.

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Januar 1950

Ein heilsames Winterliebchen


Der alte knorrige Eichbaum im verschneiten Winterwald ist ein behäbiger Genießer. Wenn seine Früchte abgefallen sind und sein Geäst kahl geworden ist, lädt er sich ein schmuckes Liebchen zu Gast, und andere Bäume bis herunter zur Haselnuss ahmen es ihm nach. Dieses Freudenmädchen ist die Mistel, die den ganzen Winter hindurch ihre blühenden Reife den alten Lüstlingen darbietet und ihnen dafür die Säfte gründlich aussaugt.
Alte Sagen deuten auf Zauberkräfte der Mistel. Der Götterliebling Baldur hätte einen bösen Traum, dass sein Leben in Gefahr wäre. Da nahm seine göttliche Mutter Freia allen Elementen sowie Tieren, Pflanzen, Steinen, Krankheiten und Giften einen feierlichen Eid ab, niemals ihrem Sohne schaden zu wollen. Nur die Mistel wurde bei diesem Schwure übersehen, weil sie ja eigentlich gar kein selbständiges Wesen ist, sondern nur auf den Bäumen herum schmarotzert. Als sich dann einmal die Götter damit belustigten, den nunmehr unverwundbaren Baldur mit Steinen, Pfeilen und Speeren zu beschießen, da schlich sich der böse Gott Loki, dem der strahlende Baldur schon längst ein Dorn im Auge war, davon, holte einen Mistelzweig und gab ihn dem blinden Wintergott Hödur als Geschoss. Der zielte und traf: Baldur sank tödlich getroffen zu Boden:
In alten Zeiten brachten die Druiden, die Priester der alten Gallier und Briten, der Mistel göttliche Verehrung entgegen, und heute noch gilt sie vielen Völkern als eine dämonische Pflanze. Der Kräutervater Bock, welcher im 16. Jahrhundert das ganze seitherige Kräuterwissen niederschrieb, meint: "Dann etliche Magi hielten, es sollten Misteln für alle presten nutz sein, gaben ihr den Namen „Heil alle schade“'. Und wann sie gedachten Misteln wollten von den Bäumen bringen, mussten zuvor etliche Ceremonien und Opfer geschehen..“

Mistelsaft und Mistelpulver wurden schon im vorigen Jahrhundert als krampfstillende Mittel verordnet, besonders bei Epilepsie und Kinderkrämpfen. Frauen nahmen bei Blutungen Mistelsitzbäder, und bei Magen- und Lungenblutungen war die blutstillende Wirkung berühmt.
Die heutige Medizin ist an der Mistel nicht vorübergegangen. Experimente haben bewiesen, dass der Mistelextrakt eine deutliche Wirkung auf den Blutdruck ausübt. Alle Beschwerden, die mit Bluthochdruck verbunden sind, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Nervosität, Herzbeschwerden, werden durch die Mistel gebessert. Sie gilt als ein gutes Mittel gegen Arterienverkalkung.
Haben vielleicht auch die alten Eichbäume, welche sich die blühende Mistel ins Winterbett legen, so etwas wie Arterienverkalkung und hohen Blutdruck?

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Januar 1950

Gesundheitspflege im Hochwinter (Januar)


Die Zeit der größten Kälte ist zugleich die Zeit der heilsamsten Luft.
Zu keiner Zeit des Jahres ist die Luft so rein von Staub und Bakterien und so geladen mit erfrischenden kosmischen Kräften, wie an durchsonnten Wintertagen. Andererseits ist aber die Gefahr der Giftstauungen innerhalb des Körpers zu keiner Jahreszeit so groß wie im Hochwinter, weil die Menschen hier am liebsten am warmen Ofen sitzen, statt sich im Freien zu tummeln. Der Mangel an Bewegung führt zum Stocken des Säfteumlaufs und zur Ablagerung von Stoffwechselschlacken in den Geweben, wodurch Entzündungen, Katarrhe und Rheumatismus entstehen können. Dem gilt es durch einen vernünftigen Einsatz der Luft-Heilkräfte vorzubeugen.
Das Hauptmittel hierzu ist der Atem: restloses Ausatmen und tiefstes Einatmen. Die Ausatmung ist überhaupt das wirksamste Ausscheidungsmittel. Die inneren Gifte kreisen zum Teil als Gase im Blut und können von den Lungen dem Blut entnommen werden. Je kräftiger wir ausatmen, desto kräftiger entleeren sich die Lungenbläschen, desto mehr Gase werden aus dem Blut angesaugt. Dieses blutreinigende Ausatmen geschieht am besten so, dass wir die Luft in mehreren Stößen herausdrücken und, wenn wir glauben, jetzt sei die Lunge leer, dann geht es immer noch zwei- bis dreimal. Und gerade auf diese letzten Stöße kommt es an.
Der restlosen Entleerung der Lungen folgt nun das tiefe Einatmen der köstlichen frischen Winterluft bei geschlossenem Mund, ebenfalls in mehreren Zügen, bis es nicht mehr geht. Das Blut trägt diese heilkräftige Luft in jede Zelle des Körpers, wo sie wie das Feuer im Herd die Wandlung der Stoffe, das Sterben und Werden der Zellenwelt bewirkt. Mehrmals täglich solche Tiefatmung in freier Luft oder wenigstens am offenen Fenster ist das Beste, was der Schaffende zu seiner Gesunderhaltung tun kann. Wir sollten uns immer mehr daran gewöhnen, mit Verstand zu atmen, d.h. unsere Aus- und Einatmungen mit den Vorstellungen der Entgiftung und des Aufbaus zu begleiten, dann werden uns die Atemübungen nie lästig sein!
Der inneren Giftstauungen im Winter können wir auch durch diätetische Maßnahmen begegnen. Im Vordergrund sollten zu dieser Jahreszeit die Gewürze stehen, vor allem Kümmel, Anis, der unübertreffliche Knoblauch und sein schwächerer Ersatz, die Zwiebel. Viel Zwiebeln, gedämpft, gebraten oder roh aufs Brot! Der Feinschmecker reibt Zwiebeln und Äpfel zu gleichen Teilen und dämpft sie in Butter. Rohe Karotten, rohes Sauerkraut und Sauerkrautsaft sollten um diese Jahreszeit recht oft genossen werden, desgleichen Obst jeder Art, besonders Apfelsinen und Zitronen, Feigen und Nüsse.
Diese Diät enthält Basenkräfte, welche die durch die übliche schwere Winterkost entstehenden Säuregifte neutralisieren.

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01.02.202509:42
Juni 1950

Vom Meerwasser

Der menschliche Körper braucht zu seinen Lebensfunktionen eine gewisse Menge verschiedener Mineralsalze, die er mit der Nahrung aufnehmen muss. Aber die Lebensweise des zivilisierten Menschen bringt einerseits einen erhöhten Mineralsalz-Verbrauch mit sich, andererseits ist die übliche Kost oft nicht imstande den Mineralsalz-Verbrauch zu ersetzen. Schon der Erdboden der Kulturländer ist durch zu starke Ausbeutung erschöpft. Ferner wird die so im Wert schon geminderte Nahrung durch weitere Zubereitung (Kochen, Konservieren) stark entmineralisiert; eigentlich bevorzugt der Kulturmensch gerade die mineralarmen Nahrungsmittel wie Fleisch und Feinmehlspeisen (Weißbrot, Kuchen, Teigwaren, Gebäck), die zugleich noch vitaminarm sind. Da ist es kein Wunder, dass sich im Stoffwechsel viele Schlacken, vor allem Harnsäure, ansammeln können, die normalerweise durch Mineralsalze neutralisiert werden. Auf der Suche nach geeigneten Hilfsmitteln greift man daher heute auch unter anderem auf das Meerwasser zurück, um dem Körper auf einfache und billige Weise Mineralsalze zuzuführen.
Das Meerwasser ist das vollkommenste Mineralsalz-Gemisch, das die Natur hervorgebracht hat, und es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Meerwasser eine große Ähnlichkeit mit der menschlichen Gewebeflüssigkeit und dem Blut hat. Im Einzelnen konnten bisher in den menschlichen Säften 32 Elemente, die auch im Meerwasser vorkommen, nachgewiesen werden. Aber man vermutet noch viele andere gemeinsame Stoffe, die sich erst mit fortgeschrittenerer Untersuchungstechnik werden nachweisen lassen. Doch zeigen schon die bisherigen Ergebnisse die nahe biologische Verwandtschaft der beiden Flüssigkeiten und regen uns dazu an, das Meerwasser als Vorbeugungs- und Heilmittel in geeigneten Fällen anzuwenden, zumal niemals krankmachende Keime darin gefunden wurden.
Von diesem Gesichtspunkt aus finden die erfrischenden und heilenden Wirkungen der Seebäder ihre Erklärung, die noch viel tiefgehender und dann für jedermann durchführbar sind, wenn das Meerwasser als Gesundheitsgetränk benutzt wird. Als solches kann es in jedem Haushalt als Hausmittel verwendet werden! Leider schmeckt es nicht besonders gut und muss daher im Verhältnis 1 zu 3 verdünnt werden. Man kann auch einige Esslöffel unverdünnt auf einen Teller ungesalzene Suppe oder in Milch nehmen. Die Erfahrungen, welche die Ärzte damit gemacht haben, sind günstig: es fördert den Appetit, reguliert den Stoffwechsel, scheidet Schlacken aus, heilt manche Formen der Stuhlverstopfung, verbessert den Schlaf und hilft somit Kräfte aufbauen! Vor allem aber ist es ein großes Vorbeugungsmittel gegen alle durch Mineralsalz-Mangel hervorgerufenen Zustände und Krankheiten.

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09.02.202511:22
Februar 1950

Fasten und Teetrinken

Wenn im Februar der Winter seinen Höhepunkt überschritten hat, beginnen die wärmeren Strahlen der Sonne das Leben in der Natur wieder zu wecken. Auch für den Menschen und seine Gesundheit hat die Februarsonne ihre Bedeutung. Sonnenmangel und Kälte der vergangenen Monate haben Blut- und Säfteumlauf verlangsamt oder zum stocken gebracht, und die schwere Obst- und gemüsearme Winterkost hat die Ausscheidungen verzögert, sodass sich giftige Stoffwechselprodukte in den Geweben niedergeschlagen haben.

Diese setzen sich unter der belebenden Februarsonne leicht in rheumatische Beschwerden, Katarrhe und Entzündungen um und machen uns das Leben und Schaffen schwer. Wir brauchen es aber nicht zu solchen Krankheiten kommen zu lassen, wenn wir rechtzeitig für eine Lösung und Ausscheidung der Giftschlacken besorgt sind. Das beste Mittel hierfür ist das Fasten, dessen gesundheitliche und geistige Bedeutung gerade in dieser Jahreszeit so groß ist, dass es bei vielen Völkern zu einem Bestandteil der Religion geworden ist. Leider hat die Ende Februar beginnende „Fastenzeit“ bei uns nur noch symbolische Bedeutung, weil der Sinn für den hohen Wert des Fastens verloren gegangen ist.

Das Fehlen dieser jährlichen gründlichen Blutreinigung macht sich nicht nur im Ansteigen der Erkrankungsziffern um diese Jahreszeit bemerkbar, sondern auch in der Zunahme der schweren Krankheiten im weiteren Verlauf des Jahres. Die nicht ausgeschiedenen Wintergifte rumoren im Körper weiter und schwächen die Lebenskräfte, sodass nicht nur unsere Arbeitsfähigkeit nachlässt, sondern auch die Widerstandsfähigkeit gegen alle Arten von Krankheiten. Durch diese zurückgehaltenen Gifte entstehen auch jene Fäulnisherde in den Geweben, welche einen Nährboden für Bazillen abgeben und daher zu direkten Ursachen der sog. Infektionskrankheiten werden.
Das Fasten ist die beste aller Ausscheidungskuren, weil der fastende Körper zuerst die Gifte löst und ausscheidet, ehe die gesunden Organe angegriffen werden.

Das Geringste, was jeder zunächst tun sollte, ist die gänzliche Enthaltung von Fleisch in der Fastenzeit. Die nächste Stufe ist ein 36-stündiges Ganzfasten in jeder Woche, am besten von Samstagmittag bis Montagfrüh. Man soll in diesen eineinhalb Tagen keinerlei Nahrung zu sich nehmen und hier wie in der ganzen Fastenzeit täglich ein bis zwei Tassen ausscheidenden Kräutertee trinken (Kamille, Pfefferminz, Lindenblüten, Fenchel u.a.). Die Schwachen bleiben während des Fastens im Bett liegen, die Starken erhöhen die Wirkung durch Spaziergänge und Sport.

Wem dieses 36-stündige Fasten nicht möglich ist, der lasse während der ganzen Fastenzeit das Frühstück weg, nehme als erste Tagesmahlzeit das Mittagessen und erreicht auch so eine gewisse Entgiftung. Diese drei kleinen Fastenkuren sind für jeden Erwerbstätigen möglich.

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21.02.202510:21
Februar 1952

Die Zeit des Kräuterzaubers


Neben ihren Religiösen Zielen wurde die Fastenzeit immer auch als eine Zeit gesundheitlicher Erneuerung angesehen. Verzicht auf tierische Nahrung hat zur Folge‚ dass weniger Harnsäure Stoffwechselgifte gebildet werden und vorhandene Schlackenlager leichter zur Auflösung und Ausscheidung kommen.
Damit wird eine der Ursachen beseitigt, die leicht zu akuten und chronischen Krankheiten führen können. Mit der Missachtung der Fastendiät ist diese Gelegenheit vorbeugender Gesundheitspflege verloren gegangen. Aber es gibt noch andere Möglichkeiten billiger und erfolgreicher Blutreinigungskuren und eine davon liegt in den zauberhaften Schwingungen der einheimischen Heilkräuter.
Jedes derselben hat neben der speziellen Heilkraft auf gewisse Körperorgane eine allgemein entgiftende Wirkung auf Blut und Säfte, die ja fast zwei Drittel unseres Körpers ausmachen. Die Säfteverschlechterung ist das Vorstadium zu vielen Krankheiten, vor allem zu den durch Erkältung ausgelösten Entzündungen und Katarrhen, und eine Reinigung der Säfte erspart uns viele Tage unnötiger Beschwerden, und Arbeitsunfähigkeit.

Die Fastenzeit am Ende des Winters, so sich infolge von Lichtmangel, Trägheit und Kälte die inneren Gifte angehäuft haben, ist dafür die richtige Zeit.
Wer nicht fasten will, durchspüle wenigstens sein Säftemeer ausgiebig mit Kräutertees! Deren Wirkung beruht auf zweierlei Faktoren: einmal ist der Kräuterauszug eine alkalische Flüssigkeit, welche die Harnsäurenablagerungen neutralisiert und ausscheidungsfähig macht. Darüber hinaus enthalten die Kräuter gespeicherte Sonnenenergie, welche die Lebenskräfte anregt und damit alle Körperfunktionen, besonders die Ausscheidungstätigkeit stärkt.
Welche Kräuter man dazu nimmt, ist weniger wichtig, weil diese Wirkungen allen Heilkräutern zugute kommen.

Man nehme daher die einfachsten und wohlschmeckendsten wie Kamille, Pfefferminz, Fenchel und Lindenblüte und trinke 4 Wochen lang täglich etwa einen halben Liter der Aufbrühung (nicht Abkochung!), entweder gemischt oder jede Woche eine andere Sorte.
Will man darüber hinaus auf einzelne Organe wirken, dann bevorzuge man
für die oberen Luftwege Huflattich, Spitzwegerich, Zinnkraut, Holunder,
für den Magen-Darmkanal Wermut, Tausendgüldenkraut, Salbei,
für Nieren und Blase Hagebuttenkerne, Petersilie, Birkenblätter, Brennnessel und Bärentraube.
Niemand wird eine solche einfache und billige Kur beenden, ohne spürbare Erleichterung des Allgemeinbefindens zu empfinden, welche ihm die Gewissheit gibt, Gifte ausgeschieden, die Widerstandskraft gestärkt und damit seiner Gesundheit gedient und Krankheiten vorgebeugt zu haben.

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22.02.202510:06
A3 Bleistift
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