Nach einem stark innenpolitisch geprägten Start kommt es nun, wie von rechten Kritikern Trumps befürchtet, zu einem Triumph der von ihm in die Regierung berufenen Neokonservativen und der Israel-Lobby. Trumps Ankündigung einer Massenvertreibung der Palästinenser aus Gaza mit anschließender Besatzung und Wiederaufbau durch US-Truppen hat selbst zynisch betrachtet keinen Nutzen für das amerikanische Volk und war sicher nicht das, was seine Wähler unter „America First“ verstanden. Dass Amerika nun quasi die kriminelle Drecksarbeit am Ende eines ohnehin von Kriegsverbrechen geprägten Konflikts übernehmen will, sollte auch die europäischen Rechten beunruhigen, ist Europa doch bereits millionenfach zum Auffangbecken für die aus den Nahostkonflikten resultierenden Fluchtbewegungen geworden.
Ägypten und Jordanien wollen die Palästinenser schon deshalb nicht offiziell aufnehmen, weil sie nicht zu Kollaborateuren dieser Vertreibung werden wollen – sie werden sich einem Weiterzug nach Europa wohl kaum widersetzen, wenn Trump sie dazu zwingt. Zwar gilt auch hier, wie bei Trumps innenpolitischen Anordnungen, dass man die tatsächlichen Ergebnisse abwarten sollte, statt sich nur auf Ankündigungen zu konzentrieren – aber hier zeichnet sich eine auch für uns potenziell katastrophale Entwicklung ab, der Europa mit aller Kraft entgegentreten sollte.